Warum Dogmatismus beim Thema Nachhaltigkeit mehr schadet als nützt

Dog|ma|tis|mus, der bezeichnet einen meist abwertenden, bildungssprachlichen Ausdruck für starres, unkritisches Festhalten an Anschauungen, Lehrmeinungen o.Ä. [1]

Klimakrise und Dogmatismus

Die Klimakrise ist real, damit
müssen wir uns abfinden und auch damit, dass wir nicht so weitermachen können
wie bisher. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass sich möglichst viele
Menschen mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

Und dann kam der Dogmatismus.
Eigentlich war er schon immer da, nur in anderen Bereichen. Das Thema
Nachhaltigkeit ist im Jahr 2019 so präsent wie kein anderes und es polarisiert,
spaltet Meinungen, Freundeskreise und Familien. Selten wurde in der jüngsten
Vergangenheit so emotional über ein Thema debattiert, diskutiert und
gesprochen.

Warum es nicht “unsere” Erde ist

Nachhaltigkeit zu definieren ist schwierig und es gibt keine klaren Grenzen nach unten und oben, für manche ist es nachhaltig auf Plastik zu verzichten, für andere auf dem Markt einzukaufen. Gemeinsam aber haben alle Ansichten das Ziel, die Erde zu schützen. Ich schreibe hier explizit nicht von „unserer Erde“, denn das würde suggerieren, dass wir die Erde besitzen. Doch das tun wir nicht. Die Erde „gehört“ uns nicht. Sie ist unser aller zu Hause und doch behandeln wir sie so schlecht wie sonst nichts anderes. Wir haben die Erde seit Generationen ausgebeutet, ihr ihre Schätze geraubt und stattdessen Müll und Gift in ihre leeren Schatztruhen geworfen. Aktuell sieht es leider so aus, als ob sich daran auch nichts ändern wird. Weil wir Menschen sind, schlechte Menschen.

Dogmatismus schadet der Sache

Einige Personen haben nun endlich begriffen, dass es Zeit für einen radikalen Wandel ist – und das ist richtig! Es hapert aber leider sehr, wenn es um die Umsetzung geht. Und dann wären wir wieder beim Thema Dogmatismus. Andere von einem nachhaltigen Lebensstil zu überzeugen ist äußerst wichtig, jedoch ist es sinnlos mit erhobenem Zeigefinger durchs Leben zu gehen und auf alles zu zeigen, was nicht dem Idealbild entspricht. Andere Menschen für das Fliegen zu verurteilen, schlecht über andere zu denken, weil sie Plastik kaufen oder auf Instagram Hasskommentare zu verfassen, weil ein paar Influencer sich nicht 100% vegan ernähren. All diese Dinge geschehen jeden Tag und sie schaden der Sache.

Werden wir Menschen kritisiert
reagieren wir zunächst häufig mit Ablehnung, haben andere Personen doch keine
Ahnung vom Leben und was fällt ihnen überhaupt ein sich einzumischen? Protest
ist eine natürliche Reaktion darauf, vielleicht sogar ein Stück weit
verständlich, denn wer wird schon gerne kritisiert? Und das öffentlich?

Was können wir tun?

Um den Planeten retten zu können müssen wir alle an einem Strang ziehen, denn es geht um die Sache. Informationen zu allen möglichen Nachhaltigkeitsthemen sind wichtig, zudem alle kleinen Schritte zu loben und zu respektieren. Leben und Leben lassen ist der falsche Ansatz, aber auch immer 100% zu verlangen. Wir brauchen nicht 10 Personen, die perfekt vegan und nachhaltig leben, sondern 10 000 die kleinen Dinge ändern und sich persönlich weiterentwickeln. Ganz undogmatisch eben.

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[1] https://www.duden.de/rechtschreibung/Dogmatism