Seed Cycling – Mit Samen und Kernen zur Hormonbalance

Wie Samen und Öle bei Hormonstörungen wie PCOS unterstützen können

Vielleicht habt ihr schon einmal von Seed Cycling gehört, es handelt sich nicht etwa um eine neue Sportart, sondern um eine natürliche Methode zur Hormonbalance. Vorab: Ich bin keine medizinisch geschulte Person, die Informationen in diesem Artikel sind lediglich mein persönlicher Erfahrungswert. Aktuell gibt es für Seed Cycling auch noch keinen wissenschaftlichen Beleg. Da die Methode keine Nebenwirkungen mit sich bringt kann sie aber jede*r risikofrei ausprobieren. Um eine mögliche Wirksamkeit zu erzielen, sollte Seed Cycling mindestens über drei Zyklen angewandt werden.

Wie Seed Cycling funktioniert

Seed Cycling bedeutet, in den verschiedenen Phasen des Mentruationszyklus jeweils unterschiedliche Samen, Kerne und Öle zu sich zu nehmen und damit den Hormonhaushalt natürlich auszubalancieren. Seed Cycling greift dabei auf bestimmte Nährstoffe, Vitamine und Öle zurück, die natürlich in den Samen vorkommen und den Hormonhaushalt unterstützen. Es kommen fünf verschiedene Samen und Kerne, sowie zwei verschiedene Öle zum Einsatz. Die Samen werden entsprechend der zwei wichtigsten Zyklusphasen – der Follikelphase und der Lutealphase – verzehrt. Neben den Samen und Ölen benötigt man lediglich einen Mörser oder Pürierstab, um die Samen zu schroten, denn vor allem Sesam und Leinsamen werden sonst unverdaut wieder ausgeschieden. Die Samen und Kerne sollten roh verzehrt werden, ich persönlich esse sie gerne in meinem Müsli.

Die Zyklusphasen und was dabei im Körper passiert

Fangen wir mit der Follikelphase an, diese beginnt mit der Bildung von Eibläschen, den sogenannten Follikeln. Das Hormon FSH sorgt dafür, dass sich die noch unentwickelte Eizelle im Inneren des Follikels entwickelt und dabei das Hormon Östrogen ausschüttet. Je weiter der Zyklus in Richtung Eisprung voranschreitet, desto höher wird der Östrogenspiegel. Bei Frauen mit PCOS ist dieser Prozess häufig gestört, es bilden sich viele Eibläschen, jedoch ist die Konzentration des FSH oft zu niedrig. Der Östrogenspiegel ist zu hoch und durch die kontinuierliche Wirkung dessen an die Hypophyse sorgt für einen unausgeglichenen LH/FSH-Quotienten. Der Eisprung bleibt als Folge aus. An dieser Stelle werde ich nicht mehr genauer auf die hormonelle Störung bei PCOS eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde und ich auch über kein ausreichendes medizinisches Hintergrundwissen verfüge.

In der Lutealphase wird der Follikel nach dem Eisprung umgewandelt, wir sprechen hier vom sogenannten Gelbkörper. Dieser Gelbkörper sorgt nun im Normalfall für die Ausschüttung von Progesteron. Frauen mit PCOS haben aber oft eine Gelbkörperschwäche und damit verbunden einen zu niedrigen Progesteronwert. Das führt dazu, dass das Verhältnis von Östrogen und Progesteron im Ungleichgewicht ist und der natürliche Progesteronabfall zum Ende des Zyklus zu gering ausfällt. Die Folge ist, dass die Mentruationsblutung durch das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut nicht, oder zu spät einsetzt und dass die Lutealphase im Gegensatz zur Follikelphase deutlich verkürzt ist. Sobald die Blutung einsetzt beginnt der Zyklus übrigens wieder von vorne.

Seed Cycling trotz unregelmäßigem Zyklus

Auch mit einem unregelmäßigen Zyklus kann Seed Cycling angewandt werden. Hierfür richtet man sich nach den Mondphasen. Die Follikelphase entspricht dem zunehmenden Mond bis Vollmond, die Lutealphase dem abnehmenden Mond bis Neumond oder bis zum Einsetzen der Menstruation.

Follikelphase (Zyklustag 1 – Eisprung (ca. ZT 14))

Während der Follikelphase werden folgende Samen, Kerne und Öle täglich verzehrt:

  • Hanfsamen (1 El)
  • Leinsamen (geschrotet – 1 El)
  • Kürbiskerne (1 El)
  • Omega-3 Öl (aus Algen – 1 Tl ≙ 2000mg EPA/DHA)

In dieser Phase geht es vor allem um eine gute Versorgung mit Omega-3, welches in Hanfsamen, Leinsamen und zum Teil auch in Kürbiskernen enthalten ist. Omega-3 wirkt nicht nur Entzündungen im Körper entgegen, sondern wirkt sich auch stabilisierend auf die erste Zyklusphase aus. Zudem enthalten einige Samen sogenannte Lignane, die zur Gruppe der Phytoöstrogene gehören. Diese unterstützen den Körper bei der Ausschüttung von Östrogen und binden zudem einen eventuellen Östrogenüberschuss. Kürbiskerne enthalten außerdem Zink, welches einen positiven Effekt auf den Progesteronspiegel haben kann.

Lutealphase (nach dem Eisprung bis zur Periode (ca. ZT 14-28+))

Während der Lutealphase werden folgende Samen, Kerne und Öle täglich verzehrt:

  • Sonnenblumenkerne (1 El)
  • Sesam (geschrotet – 1 El )
  • Nachtkerzenöl nativ (1 Tl ≙ 500mg)
  • Omega-3 Öl (aus Algen – 1/2 Tl ≙ 1000mg EPA/DHA)

In dieser Phase geht es wieder um die Versorgung mit Omega-3, aber auch mit Omega-6. Das richtige Verhältnis ist wichtig, um den Zyklus zu unterstützen. Nachtkerzenöl enthält mehrfach ungesättigte Omega-6 Fettsäuren und ist deshalb in Kombination mit dem Omega-3 Öl sinnvoll. Sonnenblumenkerne und Sesam enthalten Zink, Selen und auch Omega-6 Fettsäuren. Zudem enthalten sie auch wieder Lignane. Überschüssiges Progesteron wird somit gebunden, das Zink sorgt für einen Boost des Progesterons und unterstützt damit den Hormonhaushalt.

Abschließendes

Seed Cycling ist keine Wunderwaffe gegen alle Probleme, aber es kann bei Wechseljahrsbeschwerden, PMS, hormonell bedingtem Haarausfall, PCOS oder Regelbeschwerden unterstützend wirken. Eine Studie aus den USA hat übrigens bereits 1993 positive Auswirkungen von Leinsamen auf Hitzewallungen während der Wechseljahre feststellen können.

Wichtig ist zudem auch abseits der Samen, Kerne und Öle eine ausgewogene Ernährung einzuhalten und sich zu bewegen. Um möglichst wenig Schadstoffe aufzunehmen empfehle ich grundsätzlich Samen und Kerne ausschließlich in Bio-Qualität zu verzehren.

Empfehlungen

Werbung ohne Auftrag/Markennennung

  • Omega-3 Öl von Norsan oder Sinoplasan
  • Natives Nachtkerzenöl von wohltuer

Ein leckeres Brotrezept mit Kernen und Samen gibt es übrigens hier