Wissenswertes rund um den Holunder

Wissenswertes rund um den Holunder

+ Tipps für die Verarbeitung von Holunderblüten

Es ist wieder Holunderblütenzeit und damit der perfekte Zeitpunkt für einen Beitrag über den Holunder. Der Holunder (Sambucus) gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Am bekanntesten bei uns ist der Schwarze Holunder, der regional die verschiedensten Bezeichnungen hat. Während man hier in Bayern, in Österreich oder auch der Pfalz vom “Holler” spricht, wird der Holunder im Norden als “Fliederbeerbusch” bezeichnet. In der Schweiz und in Schwaben kennt man ihn unter dem Namen “Holder”.[1]


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Holunder

Merkmale des Holunder

Es ist wichtig, die Merkmale des schwarzen Holunders zu kennen, da z.B. eine Verwechslung mit dem Zwerg-Holunder (Attich) vorkommen kann, welcher giftig ist. Der schwarze Holunder ist eine häufig hochwachsende Pflanze, die gerne bis zu 7m hoch werden kann. Die Blätter sind elliptisch und am Rand gesägt. Die Blätter sind dabei wie folgt angeordnet: je  zwei Paar gegenüber liegend und ein Blatt an der Spitze (gegenständig, unpaarig gefiedert). Am besten kann man die beiden Arten jedoch am Duft unterscheiden; der schwarze Holunder verströmt einen süßlich, wohlriechenden Duft. Der Zwerg-Holunder hingegen riecht nicht besonders ansprechend. Die Blüten sind weiß-gelblich, die Blütezeit variiert zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Die Früchte des schwarzen Holunders sind violett-schwarze Beeren, die im August und September geerntet werden können. Im unreifen Zustand sind sie rötlich gefärbt. Wichtig! Rohe Holunderbeeren beinhalten die Substanz Sambunigrin, die Blausäure freisetzen kann und somit giftig ist. Vor dem Verzehr müssen die Beeren zwingend gekocht werden, außerdem sollten nur reife Früchte geerntet werden.[2] [3]


[2] https://www.gartenjournal.net/holunder-erkennen

[3] https://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/holunder

Die Heilkraft des Holunders

Schon Hippokrates empfahl den Strauch als wassertreibendes Mittel, später im 18. Jahrhundert wurde der Holunder vor allem gegen Fieber und Atemwegsinfekte eingesetzt. Die wirksamen Inhaltsstoffe des Holunders befinden sich in Holunderblüten und -beeren. Die Blüten enthalten Flavonoide z.B. die Substanz Rutin. Die Beeren beinhalten ebenfalls Rutin sowie Vitamin C, B-Vitamine und Folsäure. Holunderblüten werden ähnlich wie Lindenblüten bei Fieber als Tee eingesetzt. Zudem stärkt das Vitamin C in den Beeren die Abwehrkräfte. Lauwarmer Holundersaft ist gerade in der Erkältungszeit eine gute Wahl.[4]


[4] ebd.

Der Mythos Holunder

Der Holunder war schon immer ein Gegenstand in Sagen und Mythen. Das Neuhochdeutsche Wort “Holunder” stammt von dem althochdeutschen Wort “holuntar” ab. “holun” = heilig, gnädig, “tar” = Baum/Strauch. Bei den Kelten galt der Holunderbaum sogar als heilig, er stellte den Baum des Lebens und des Todes dar. Im Winter war der Baum “tot” und im Sommer “lebendig”. Auch die Germanen verehrten den Holunder als heiligen Baum und bestatteten ihre Toten unter Holunderbäumen. Es stand sogar unter hoher Strafe einen Holunderbaum zu fällen. Die germanische Muttergöttin “Holda” hat auch mit dem Holunderbusch zu tun. Ihr wurde unter dem Holunderbaum geopfert. Die Göttin Holda hatte den Germanen nach die Kraft die Menschen von Krankheiten zu heilen und war die Schutzpatronin für Menschen und Pflanzen. Bei den Gebrüdern Grimm taucht Frau Holle im Märchen auf, die in Verbindung mit der Göttin Holda steht.[5]


[5] https://www.asters-holunderhof.de/aster-s-holunderhof-holunder-mehr/der-holunder/mythologie/

Tipps für die Verarbeitung von Holunderblüten

Bei der Verarbeitung von Holunderblüten kann einiges schief gehen. Hier meine Tipps für ein besseres Ergebnis:

  • Die Blüten niemals waschen, sondern immer nur ausschütteln. Der Blütenstaub wird ansonsten schon vorher abgewaschen und der Geschmack ist dann nicht mehr ausgeprägt.
  • Aus diesem Grund auch keine nassen Blüten sammeln. Die beste Zeit ist am frühen Nachmittag, wenn die Blüten trocken und fluffig sind.
  • Niemals kochendes Wasser über die Holunderblüten gießen. Das führt dazu, dass sie gräulich werden. Der Geschmack bleibt unverändert, aber es sieht nicht schön aus.
  • Flaschen und Gläser immer auskochen und nicht nur in warmes Wasser einweichen. Nur so halten eurer Produkte lange.
  • Bügelflaschen sind wunderschön anzusehen aber ungeeignet für die Lagerung von Holunderblütensirup bis zum nächsten Jahr. Am besten eignen sich braune Glasflaschen mit sogenannten Twist-Off-Deckeln. Achtet hierbei auch darauf, dass der Dichtungsring BPA frei ist. Ich nutze gerne Deckel mit dem blue seal Logo (Werbung ohne Auftrag/Nennung)
  • Nicht unbedingt notwendig, aber nützlich ist die Zugabe von Zitronensäure. Die Produkte halten sich einfach wesentlich länger als ohne.
  • Und zuletzt noch ein Quick Tipp: Bei mir macht es keinen Unterschied, ob meine Blüten zwei oder vier Tage stehen. Ihr könnt die Einweichzeit also erheblich verkürzen.

Ich wünsche euch jetzt viel Spaß beim Sammeln der Blüten und gutes Gelingen für eure Rezepte. Hier findet ihr meine Rezepte rund um das Thema Holunder.

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